Afrikanische Mythologie

Götterwahn - 8 Autoren, 8 Mythologien

Auch über den hitzigen Kontinent Afrika verteilt finden wir neben den gold-animalischen Gottheiten Ägyptens einige Andere, die es unbedingt vorzustellen gilt. Hier verteilen sich alte, traditionelle Religionen und Gesellschaften mit einer bunten Erzählung über unsere Welt. Gerade in der afrikanischen Mythologie steht der Mensch in Zusammenarbeit mit der Natur im Mittelpunkt.

Die afrikanische Mythologie ist bunt, voller Zauber und kraftvoll. Aber, überraschenderweise, ist der traditionelle Glaube recht monotheistisch. Grundsätzlich heißt es also, dass es neben Naturgeistern und verstorbenen Verwandten nur einen Gott gibt. Erst mit den Jahren kamen weitere Gottheiten auf die Liste.

Wo Thor im Norden seinen Hammer schleudert, setzt im warmen Afrika Shango, der Sturmgott, ein. Nach einer Karriere als König und Kriegsheld hat er sich niedergesetzt, um die Trommeln im Rhythmus der Sturmwolken zu spielen. Wenn du das nächste Mal also das laute Donnern des Himmels vernimmst, salutiere ihm doch mit einem ebenso klangvollen »Cabio Sile Shango!«

Ziemlich wichtig sind in der afrikanischen Mythologie die sogenannten Orishas. Sie sind zwar keine Götter, dafür aber ein bunter Cocktail mit etwas Göttlichkeit. So wie die japanischen Yokai gibt es auch im Afrikanischen über 1,700 von ihnen. Unter ihnen sind Namen wie Elegua (Trickster-Gott) , Ochosi (Jagdgott) und auch Shango, den ich gerade schon erwähnt habe.

Und auch wenn sie ihre Finger in so gut wie Allem haben, steht Olorun über ihnen. Er ist der Top Gott von Allen, bringt Frieden und Gerechtigkeit. Ähnlich des christlichen Glaubens ist Olorun ein Drei-In-Eins Gott, de den Himmelsherrscher, den ultimativen Schöpfer (Olodumare) und den Botschafter (Olofi) in sich vereint. Olorun war teils so berühmt, dass seine Geschichten sogar bis in die Karibik weiter getragen wurden.

Wirklich interessiert in seine Schöpfung war er allerdings nicht lange, weshalb er sie an seinen Sohn, Obtala, weiter gab. Den kennt man eher als den betrunkenen Schöpfer der menschlichen Rasse. Sein Vater hatte ihm zwar den Auftrag gegeben, die Erde zu bauen, doch Obtala war eher darin interessiert, göttlichen Parties beizuwohnen und sich Palmenwein zu gönnen. Während Obtala also trank und trank und trank, schnappte sich Brüderchen Oduduwa die Materialien zum Weltenbau und schuf den Planeten hinter seinem Rücken. Sein Vater war sehr begeistert über dieses Werk, doch Obtala wurde für seine Trunkenheit damit bestraft, die Menschheit zu erschaffen. Das Machen der Schnapsdrossel mag vielleicht auch erklären, warum wir Menschen oft nicht ganz so perfekt sind, wie wir es uns wünschen.

Neben diesen großen Geschichten und mächtigen Göttern muss man ab und an aber auch denen Platz machen, die keine ganz so glänzenden Kronen tragen. Wie zum Beispiel Bumba. Der kommt aus dem Congo und ist, ob man es glaubt oder nicht, Gott der Kotze. Hier heißt es, dass Bumba aus dem Nichts heraus kam, in der Form einer weißen, großen Gestalt. Weil er sich unwohl fühlte, würgte er also die Sonne hervor. Dann den Mond. Die Sterne folgten und, mit sehr viel Mühe, zuletzt auch der Planet Erde. Letztendlich erbrach er noch einige Tiere und Menschen. Und so war die Welt geschaffen.

Letztendlich wollen wir euch auch nicht die spaßigste Kategorie unter den Göttern vorstellen : der obligatorische Trickster. Hier trägt Elegua diesen herrlichen Titel. Wo es eine Entscheidung zu machen gilt, die nicht ganz einfach ist und mehrere Möglichkeiten bereit hält, ist Elegua nicht weit. Kindisch und kompliziert. Seine Position ähnelt dem von Hermes, denn auch er dient als Götterbote. Wenn es also mal an einem Montag nach Zigarren und Rum riechen sollte, weißt du, dass Elegua nicht weit sein kann. Das sind nämlich einige seiner repräsentativen Eigenschaften.

So groß wie Afrika ist, so groß ist auch die Spannweite von mächtigen Wesen. Wir können kaum Alle hier vorstellen, aber mit Neugierde und etwas Geduld findet sich dazu vielleicht schon bald etwas von dem Götterwahn-Team. Wir werden sehen!

Ach ja ,noch ein kleiner Tipp: Besucht ihr mal Afrika, sagt lieber nicht »Hasa diga ebowai«. Das könnte die Götter da oben nämlich ganz schön erzürnen.